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Bohnenrost (Uromyces appendiculatus)

Dieser Rostpilz befällt zunächst die Blätter, bei starkem Befall können auch die Hülsen befallen werden. Die Sporenlager, hier gelb, sind von Auge erkennbar. Bei hoher Temperatur und Feuchtigkeit können die Sporenlager innert weniger Stunden entstehen, zum Beispiel wenn die Bohnen zum Portionieren in Säcklein verpackt werden müssen. Sind die Bohnen einmal gut gewaschen, können sie trotz Bohnenrost gekocht verzehrt werden. Prävention im Biolandbau: Fruchtfolge, Sortenwahl.

Kartoffel-Schorf (Streptomyces scabies)

Der Kartoffelschorf ist eine bakterielle Erkrankung der Kartoffel. Die Stauden zeigen keine Symptome, die Knollen weisen korkige, dunkle Unebenheiten auf. Diese Krankheit ist auf sandigen, gut durchlüfteten Böden mit alkalischer Bodenreaktion verbreitet. Die Kartoffeln sind essbar, es entsteht stellenweise mehr Rüstaufwand. Prävention im Biolandbau: widerstandsfähige Sorten, Gründüngung kann antagonistisch wirken (Mikroflora).

Blumenkohl-Kohlschwärze (Alternaria brassicae)

Die Kohlschwärze ist ein Schlauchpilz, der bei Kohlarten vorkommt. Der Blumenkohl ist essbar, die verfärbten Stellen können weggeschnitten werden. Exemplare mit sehr starken Befall ("faulig") werden nicht in die Körbe gelegt. Alternaria befällt normalerweise die Blätter, bei Brokkoli und Blumenkohl kann in feuchten Lagen auch die Blume befallen werden. Die Pilz-Sporen (Konidien) werden durch Wind und Nacktschnecken verbreitet. Voraussetzung für eine Infektion ist eine Blattnässedauer von fünf Stunden oder mehr als 95 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Kohlrabi-Nematoden-Sprengung

Diese Kohlrabi haben wegen Nematodenfrass Narben gebildet. Nematoden (Älchen) leben im Boden und sind winzig (kleiner als 1 mm). Es gibt unterschiedliche Nematodenarten, alle tragen hübsche Namen. Pratylenchus penetrans heisst bspw. so, weil diese Nematodenart in die Wurzeln von Pflanzen eindringt. Andere Nematodenarten saugen nur an den Wurzeln, andere bilden Zysten an den Wurzeln. Nematoden sind sowohl Schädling als auch Nützlinge, es gibt Nematodenarten, die in der biologischen Schneckenbekämpfung zum Einsatz kommen. Diese Kohlrabi sind gut und essbar, es muss etwas mehr gerüstet werden.

Gemüse zerschnitten, portioniert

Das Schneiden von Gemüse (insbesondere Kürbis) ist eine Riesenarbeit, die alle gerne vermeiden würden. Auf der Verzehrseite bedeutet das Schneiden, dass die Gemüse weniger lange haltbar sind und eventuell auch schneller austrocknen. Doch wie wäre es, wenn kein Gemüse zerschnitten würde? Wenn wir nicht Schneiden, kriegen wir bei bestimmten Gemüsen (Kürbisse) oder bei Gemüse, die erfreulicherweise sehr gross gewachsen sind, keine passenden Portionen hin. Dann bestünde der Korb in einer Woche bspw. aus viel Kürbis und sonst fast nichts. Wenn wir nicht hin und wieder Gemüse verschneiden, nimmt die Vielfalt in den Körben also stark ab. Und dann gibt es noch den Aspekt des Foodwaste: Wenn ein Gemüse bspw. eine faulige Stelle hat, die mit Schneiden entfernt werden kann, gelangt das Gemüse dank dem Schneiden trotzdem in den menschlichen Verzehr. Weil das Schneiden von Gemüse aber eine sehr mühsame, zeitaufwändige Arbeit ist, die nicht zusätzlich abgegolten wird, wird effektiv nur dann geschnitten, wenn es gar nicht anders geht.