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Blattläuse auf Salat, Kohl, etc.

Wenn Dein Salat oder der Kohl Läuse hat, darfst Du Dich freuen. Die Pflanze wurde nicht mit Insektiziden behandelt. Die kleinen Saugetiere lieben warmes Wetter und vermehren sich im Sommer rasend schnell. Eine Blattlaus, die im Übrigen geschlechtslos ist, kann bis zu fünf Nachkommen pro Tag zur Welt bringen. Und weil im Bio-Anbau keine chemisch-synthetischen Hilfsmittel verwendet werden, kommen Bio-Salate in Sommermonaten oftmals mit Begleitung. Aber keine Sorge: Wegen den paar Tierchen musst Du das Gemüse nicht wegwerfen. Im Gegenteil: So schnell, wie sich die Blattläuse vermehren, so rasch wirst Du sie auch wieder los. Dafür musst Du lediglich: lauwarmes Wasser ins Wasserbecken giessen, etwas Salz dazu geben, die Salatblätter für ein paar Minuten reinlegen und gut abwaschen. Danach schwimmen die Läuse an der Wasseroberfläche auf und können abgesiebt werden. Den Vorgang kannst Du problemlos mehrere Male wiederholen. Text: regioterre.ch, Foto: Sojabohnenblattlaus, wikipedia.org, Claudio Gratton, University of Wisconsin

Bohnenrost (Uromyces appendiculatus)

Dieser Rostpilz befällt zunächst die Blätter, bei starkem Befall können auch die Hülsen befallen werden. Die Sporenlager, hier gelb, sind von Auge erkennbar. Bei hoher Temperatur und Feuchtigkeit können die Sporenlager innert weniger Stunden entstehen, zum Beispiel wenn die Bohnen zum Portionieren in Säcklein verpackt werden müssen. Sind die Bohnen einmal gut gewaschen, können sie trotz Bohnenrost gekocht verzehrt werden. Prävention im Biolandbau: Fruchtfolge, Sortenwahl. Text und Foto: soliterre.ch

Kartoffel-Schorf (Streptomyces scabies)

Der Kartoffelschorf ist eine bakterielle Erkrankung der Kartoffel. Die Stauden zeigen keine Symptome, die Knollen weisen korkige, dunkle Unebenheiten auf. Diese Krankheit ist auf sandigen, gut durchlüfteten Böden mit alkalischer Bodenreaktion verbreitet. Die Kartoffeln sind essbar, es entsteht stellenweise mehr Rüstaufwand. Prävention im Biolandbau: widerstandsfähige Sorten, Gründüngung kann antagonistisch wirken (Mikroflora). Text und Foto: soliterre.ch

Blumenkohl-Kohlschwärze (Alternaria brassicae)

Die Kohlschwärze ist ein Schlauchpilz, der bei Kohlarten vorkommt. Der Blumenkohl ist essbar, die verfärbten Stellen können weggeschnitten werden. Exemplare mit sehr starken Befall ("faulig") werden nicht in die Körbe gelegt. Alternaria befällt normalerweise die Blätter, bei Brokkoli und Blumenkohl kann in feuchten Lagen auch die Blume befallen werden. Die Pilz-Sporen (Konidien) werden durch Wind und Nacktschnecken verbreitet. Voraussetzung für eine Infektion ist eine Blattnässedauer von fünf Stunden oder mehr als 95 Prozent Luftfeuchtigkeit. Text und Foto: soliterre.ch

Kohlrabi-Nematoden-Sprengung

Diese Kohlrabi haben wegen Nematodenfrass Narben gebildet. Nematoden (Älchen) leben im Boden und sind winzig (kleiner als 1 mm). Es gibt unterschiedliche Nematodenarten, alle tragen hübsche Namen. Pratylenchus penetrans heisst bspw. so, weil diese Nematodenart in die Wurzeln von Pflanzen eindringt. Andere Nematodenarten saugen nur an den Wurzeln, andere bilden Zysten an den Wurzeln. Nematoden sind sowohl Schädling als auch Nützlinge, es gibt Nematodenarten, die in der biologischen Schneckenbekämpfung zum Einsatz kommen. Diese Kohlrabi sind gut und essbar, es muss etwas mehr gerüstet werden. Foto und Text: soliterre.ch

Weisskohl-Nekrosen, eventuell Kohlschwärze

Höchstwahrscheinlich handelt es sich hier um Blattrandnekrosen. Es kommt vor, dass einzelne Holz- und Bastzellen entlang der Leitbahn zum Blattende oder an deren Ende absterben oder verholzen und dabei schwarz vertrocknen. Bei sehr guter Stickstoffversorgung, aber auch bei knapper Kaliumversorgung kann das Phänomen stärker auftreten. Die schwarzen Punkte können sich aber ebenso erst nach der Ernte im Laufe der Kühllagerung oder später zu Hause bei zu warmer Lagerung entwickeln. Gesundheitlich sind Blattrandnekrosen unproblematisch, so dass man den Kohl ohne Bedenken verzehren kann. Schwarze Punkte treten auch bei der Kohlschwärze auf, dann sind die Punkte eher flauschig/pelzig und sie vermehren sich bei warmen Temperaturen rasant. Alternaria kann weggewaschen bzw. weggerüstet werden. Foto und Text: regioterre.ch

Weisser Schimmel

Ein Schimmelrasen wie hier im Bild auf Sauerkraut entsteht, wenn Sporen von Schimmelpilzen, die jederzeit überall vorhanden sind ("ubiquitär"), auf Material treffen, auf dem sie sich vermehren können. Der weisse Flaum/Rasen entsteht oftmals erst in einer zweiten Etappe, wenn die Sporen zuvor schon kleine Zellfäden, sogenannte Hyphen, in das Material gewachsen haben. Diese Hyphen sieht man nicht von Auge. Man kann also nicht vom Flaum auf die Ausbreitung schliessen. Während es Lebensmittel gibt, zu deren Herstellung Schimmelkulturen verwendet wird (Käse, Salami), lässt sich im Alltag nicht erkennen, ob ein Schimmel harmlos ist oder nicht. Gewisse nicht harmlose Schimmelkulturen bilden Mykotoxine. Text und Foto: soliterre.ch

Weichfäule, bakteriell (Erwinia)

Durch den Riss in der Schale (eventuell Frostschaden) entstand eine Sekundärinfektion im Inneren des Kohlrabis. Es könnte sich hier um eine bakterielle Weichfäule handeln. Solche Fäulen werden u.a. durch das Erwinia-Bakterium ausgelöst, das auch Erwinia carotovora oder Pectobacterium carotovorum genannt wird, obwohl das Bakterium nicht nur Karotten "frisst". Wir warten übrigens sehnlichst darauf, dass wir aus der Produktion ein Foto bekommen, das die "Herzlosigkeit" bei Kohlrabi zeigt. Phytopathologie, also die Lehre der Pflanzenkrankheiten, ist auch in sprachlicher Hinsicht ein wunderbares Fachgebiet. Text und Foto: soliterre.ch

Gemüse zerschnitten, portioniert

Das Schneiden von Gemüse (insbesondere Kürbis) ist eine Riesenarbeit, die alle gerne vermeiden würden. Auf der Verzehrseite bedeutet das Schneiden, dass die Gemüse weniger lange haltbar sind und eventuell auch schneller austrocknen. Doch wie wäre es, wenn kein Gemüse zerschnitten würde? Wenn wir nicht Schneiden, kriegen wir bei bestimmten Gemüsen (Kürbisse) oder bei Gemüse, die erfreulicherweise sehr gross gewachsen sind, keine passenden Portionen hin. Dann bestünde der Korb in einer Woche bspw. aus viel Kürbis und sonst fast nichts. Wenn wir nicht hin und wieder Gemüse verschneiden, nimmt die Vielfalt in den Körben also stark ab. Und dann gibt es noch den Aspekt des Foodwaste: Wenn ein Gemüse bspw. eine faulige Stelle hat, die mit Schneiden entfernt werden kann, gelangt das Gemüse dank dem Schneiden trotzdem in den menschlichen Verzehr. Weil das Schneiden von Gemüse aber eine sehr mühsame, zeitaufwändige Arbeit ist, die nicht zusätzlich abgegolten wird, wird effektiv nur dann geschnitten, wenn es gar nicht anders geht. Text und Foto: soliterre.ch